Die Sorpetalsperre in Langscheid ist für die Bewohner von Arnsberg ein beliebtes Ausflugsziel geworden. Über die neue Umgehungsstraße Hüsten (B229n) ist sie nun noch schneller zu erreichen. Anders als die Möhnetalsperre ist der Sorpedamm ein Naturdamm, d. h. nicht aus Steinen sondern aus Erde errichtet. Dadurch hielt er im Gegensatz zum Möhne- und Ederdamm den Angriff allierter Flieger bei der Operation Operation Chastise im zweiten Weltkrieg stand. Wäre neben der Möhnemauer auch der Sorpedamm gebrochen, wäre wohl kein Bewohner Neheim-Hüstens mit dem Leben davon gekommen. Bei der Möhnekatastrophe starben über 2.000 Menschen. Die Sorpetalsperre versorgt mit den anderen Talsperren der Region wie die Möhne- und die Biggetalsperre das Sauerland und das Ruhrgebiet mit Trinkwasser und erzeugt gleichzeitg umweltfreundlichen Strom. Die Sorpetalsperre wurde zwischen 1926 und 1935 gebaut und war in dieser Zeit die größte Baustelle Europas. Der Bau konnte nur funktionieren, weil die Röhrtalbahn Sundern mit Neheim-Hüsten und damit mit der Oberen Ruhrtalbahn verband und so 300.000 Tonnen Baumaterial transportiert werden konnten. Zur Zeit wird an der Sorpetalsperre ein neuer Fußweg errichtet.
Neheim ist, wie alle wissen, die Stadt der Leuchten. Die Industriekultur der Stadt ist geprägt durch kleine und große Leuchtenfirmen, die ihr Können in der jährlich stattfindenden Lichtwoche präsentieren.
Früher war Neheim mal die Stadt der Lampen. Allerdings hatte diese Bezeichnung den Nachteil, dass bei schlechter Druckqualtiät das a auch schon mal wie ein u aussah. So wurde aus der Stadt der Lampen, dann die Stadt der Lumpen. Dieses Image wollte Neheim verständlicherweise nicht haben und deshalb wurde Neheim eben zur Stadt der Leuchten (und natürlich auch weil in Neheim so viele schlaue Menschen wohnen). Ich hoffe, es ist Ihnen ein Licht aufgegangen.
Das Sauerland - auch Land der tausend Berge genannt - hat eine lange Geschichte. In der Eiszeit sollen bereits Menschen die Balver Höhle besiedelt haben. Nachweisbar ist auf jeden Fall, dass die Kelten das Gebiet des Sauerlandes besiedelten, die von den Germanen verdrängt wurden. Die Sugambrer hatten das Hauptgebiet des eigentlichen Sauerlandes inne, sie wohnten an Ruhr und Sieg. Ein Volksstamm der Sugambrer, die Marsen saßen an der mittleren Ruhr. Das Wort Sugambrer, auch Sikambern genannt, kommt von sicken, d. h. sichernden Quellen der Gebirgsgegend. Die Römer nannten sie indomiti, unbezwinglich, und paludicolae, Sumpfbewohner. Im Land der oberen Ems und der oberen Lippe saßen die Brukterer, südlich der Lippe am Rheinufer ließen sich die Tenkterer nieder. Im Südosten des Sauerlandes, in den Flurßgebieten der Eder, Fulda und Werra lebten die Chatten. Das Rothaargebierge bildete die Stammesgrenze zum Nordwesten.
Nordlich der Chatten wohnten die Cherusker, die in der Eresburg (Obermarsberg) eine Grenzburg besaßen. Der bekannteste Cheruster ist Hermann, der Cheruster oder auch Armenius genannt, der Herrführer der Germanen, der die römischen Legionen unter dem Feldherrn Varus in der sog. Varusschlacht ca. 9 nach Christus besiegte. Der genaue Ort der Schlacht ist umstritten (Teuteburger Wald, Osnabrücker Land, Plackweg im Arnsberger Wald) auch ob es tatsächlich ein großes Aufeinandertreffen gegeben hat oder ob die Germanen vielmehr einen Guerillakrieg gegen das römische Heer führte, ist unklar. Der Sieg der Germanen über die Römer zur Zeit Kaiser Augustus hatte zur Folge, dass Roms Vorstoß gegen Osten im Germanischen Reich gestoppt wurde.
{mosimage} Von Zeit zu Zeit werden wir Ihnen die Geschichte von bekannten Orten in Neheim, Hüsten, Arnsberg und Umgebung ein wenig näher bringen. Heute erzählen wir Ihnen etwas über diew Fürstenbergkapelle.
Die Fürstenbergkapelle befindet sich in der Nähe von Neheim auf einen Berg bei Ense-Lüttringen/Ense-Höingen. Die Kapelle ist durch einen Fußweg durch den Wand gut zu erreichen. Es führt auch ein Passionspfad zu ihr hin.
Die Fürstenbergkapelle wurde 1429 zum ersten mal urkundlich erwähnt. Zuvor gab es schon Erwähnungen über eine Burganlage, die aber im Jahre 1343/1344 zerstört wurde. Noch heute sind im Wald auf dem Fürstenberg die mittelalterlichen ringförmigen Wälle zu sehen. Da gibt es die Oldenburg, eine große Wallanlage, in deren Mitte sich die Kirche befindet und Richters Köpfchen, eine niedriger gelegene kleine mittelalterliche Steinburg. Ruinenreste der Burg sind nicht mehr vorhanden. Die Wallanlagen sind heute als Bodendenkmäler geschützt.
1610 wurde die kleine Kirche von dem Paderborner Fürstbischof Theodor von Fürstenberg instand gesetzt, wovon eine Inschrift über dem Eingang berichtet. Im 30 jährigen Krieg wurde die Kapelle auf dem Fürstenberg schwer beschädigt, aber 1663 wieder repariert und zu einer barocken Kirche umgebaut, wie sie noch heute besteht.
1826 wurde die Kapelle ebenfalls wieder erneuert. Zwischen 1991 und 1998 wurde die Kapelle nochmals restauriert.
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{mosimage}Die Stadt Hüsten ist ein alter Ort. Das Wort Hüsten kommt von dem Wort Hustener, was so viel wie Wasserburg bedeutet. Hüsten war früher von drei Flüssen umschlossen, von denen zwei die Ruhr und die Röhr waren.
Hüsten ist schon seit dem Jahre 802 urkundlich bekannt. Die Hüstener Pfarrkirche war eine der ältesten der Gegend und seit 1100 Pfarrei (St. Petri). Im Jahre 1360 wurde Hüsten zur "Hüstener Freiheit", das heißt zu einem Ort mt Stadtrechten, jedoch ohne Befestigungsanlagen. Deshalb besaß Hüsten auch einen Freistuhl (mittelalterliche Gerichtsbarkeit), einen Marktplatz und eine eigene Verwaltung. Die Stadtrechte verlieh Hüsten der bekannten Arnsberger Adlige "Graf Gottfried IV", der den Neheimern auch ca. 1000 Morgen Wald schenke.
Die Hüstener mussten viel Leid erfahren. Während der Soester Fehde im Jahre 1446 wurde das zur Hüsten gehörende Dorf Lütkenbruchhausen (nunmehr Hüsten Ost) zerstört. Im Jahre 1604 kam es zu einem großen Brand, bei dem 28 Häuser und Höfe, also fast alle Bauten des Dorfes abbrandten. Fast die Hälfte der Einwohner starb 1613 an der Pest. Auch der 30 jährige Krieg, der vor allem in den Jahren 1635 bis 1637 in Hüsten tobte, forderte viele Todesopfer durch Kampfhandlungen, Folterungen, Hunger und Seuchen. Unter dem 7jährigen Krieg (1756 bis 1763) hatte die Hüstener ebenfalls zu leiden. Durch die Einquartierungen von Menschen und die Abgabe von Lebensmitteln wurde Hüsten schwer geschädigt. Im Jahre 1807 kam es erneut zu einem Großbrand in Hüsten und zerstörte große Teile der Stadt. Auch der zweite Weltkrieg hinterließ in Hüsten viele Spuren. Die Hüstener Schützenhalle war nach Beendigung der Krieges Auffanglager vieler Kriegsflüchtlinge.
Hüsten wurde am 01.04.1941 mit der Stadt Neheim zwangsvereinigt, mit der der Ort seitdem eine "Haßliebe" pflegt. Im Jahre 1975 wurde Neheim-Hüsten mit der Stadt Arnsberg zusammengeschlossen.
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{mosimage}Dieser Freitag im Februar fällt wieder auf den 13. Auch der 13. Tag im März ist wieder ein Freitag. Dieser Tag soll dem Aberglauben nach Unglück bringen, obwohl Untersuchungen ergeben haben, dass an diesem Tag genausohäufig etwas Schlimmes passiert, wie an allen anderen Tagen des Monats. Die krankhafte Angst vor dem Freitag, den 13, die dazu führt, dass Betroffene an diesem Tag keine Termine oder Reisen wahrnehmen, wird Paraskavedekatriaphobie genannt. Aber woher kommt dieser Aberglaube? Die 13 galt in der christlichen Mythologie als Unglückszahl. Der 13. Jünger war Judas, der Jesus verraten hat. Selbst in den Märchen ist mit der 13 Schlechtes verbunden. So ist es die 13. Fee, die Dornröschen umbringen will (was später durch eine andere Fee in 100-jährigen Schlaf umgewandelt wird). Auch die US-amerikanische Raumfähre Apollo 13 und ihr beinahe Vernichtung ließ die 13 als Unglückszahl erscheinen. Auch der Freitag gilt als Pechtag. Insbesondere im christlichen Glauben ist der Freitag als Unglückstag bekannt. An diesem Tag sollen Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis gegessen haben und dadurch aus dem Paradies vertrieben worden sein. Auch die Kreuzigung Jesu soll am Freitag (Karfreitag) stattgefunden haben. Ferner kam es am sogenannten Schwarzen Freitag (Black Friday) 1929 zum Börsenkrach an der amerikanischen Börse ("Wall Street"), der eine weltweite Wirtschaftskrise auslöste.
Das Wort Advent kommt vom griechischen epiphaneia, was Erscheinung bedeutet sowie vom lateinischen adventus, was Ankunft heißt. Mit dem Advent beginnt das Kirchenjahr der christlichen (katholische und evangelische) Kirchen. An den vier Sonntagen vor Weihnachten warten die Christen auf die Ankunft Jesus (Weihnachten wird die Geburt Jesus gefeiert) sowie auf seine Wiederkehr am Ende der Zeit. Der 1. Advent steht für den Einzug Jesus in Jerusalem, der 2. Advent für die Wiederkehr Christi, der 3. Advent für Johannes den Täufer und der 4. Advent für Maria, die Mutter Gottes.
Man geht davon aus, dass der Advent schon im 4. Jahrhundert auf Spanien und Gallien gefeiert wurde (damals drei Wochen lang). Im 5. Jahrhundert führte Bischof Perpetuus von Tours eine acht wöchige Fastenzeit von St. Martin (11.November) bis zum 06.Januar (Heilige 3 Könige). Früher musste in der Adventszeit 3 Tage die Woche gefastet werden. Weltliche Freuden wie Eheschließungen, Tanzen und Fleischgenuss waren verboten.
Heute wird der Advent mit weihnachtlicher Dekoration, insbesondere mit dem Adventskranz begannen. Außerdem stellen viele Menschen Kerzen auf, backen Weihnachtsplätzen und besuchen Weihnachtsmärkte.
Arnsberg war schon im 19. Jahrhundert Regierungssitz. Nach dem Wiener Kongress (1815), auf dem die Neuordnung Europas beschlossen wurde, wurde das Königreich Preußen in 10 Provinzen aufgeteilt, welche wieder in 25 Regierungsbezirke untergliedert wurden. Es gab nunmehr die Provinz Westfalen mit drei Regierungsbezirken Hamm (heute Arnsberg), Münster und Minden (heute Detmold). Am 15.07.1816 wurde das Herzogtum Westfalen unter die Herrschaft von Preußen gestellt. Die Feier fand in Arnsberg statt. Am 01. August 1816 nahm die Bezirksregierung Arnsberg als preußische Behörde ihre Arbeit auf. Arnsberg ist also schon seit mehr als 190 Jahren Regierungsbezirk und muss es auch weiterhin bleiben.
{mosimage}Am 11. November ist Sankt-Martin-Tag. Auch in Hüsten und Neheim wird wieder mit Martinsspielen, Martinssingen, Martinsmarkt und Laternenumzügen dem Heiligen Martin gedacht. Wer aber war der Mann?
Der historische St. Martin, Martin von Tours, wurde 316 in Ungarn geboren und wurde römischer Offizier. Mit 18 Jahren ließ er sich christlich taufen, mit 40 Jahren quittierte er den Dienst im Heer und wurde Missionar. Seit 371 wirkte er als Bischof von Tours. Martin von Tours starb im Jahre 398 n. Chr.
Die Legende, die sich um St. Martin rankt besagt, dass er einem armen Bettler die Hälfte seines Mantels schenkte. In der Nacht darauf erschien ihm Jesus, worauf Martin das Heer des römischen Kaisers erließ. Die Legende erzählt, dass ihm das Volk wegen seiner Freigiebigkeit dem Bettler gegenüber zum Bischof machen wollte. Martin von Tours wollte aber kein Bischof werden und versteckte sich deswegen in einem Gänsestall. Die Gänse aber schnatterten, so dass St. Martin entdeckt wurde und zum Bischof gekrönt wurden.
Deshalb gibt es traditionell zu St. Martin eine Martinsgans. Weitere Gründe für den Braten der Gans ist die besondere Bedeutung des 11. Novembers. Mit diesem Tag beginnt die 40 Tage vorweihnachtlicher Fastenzeit. Der Martinstag wurde auch zum Termin für Pachtzahlungen, auch in Form einer Gans. Zugleich war der Martinstag einem heutigen Kündigungstermin vergleichbar, Gesinde wurde entlassen und mit einer Gans beschenkt sowie Mägde und Knechte neu eingestellt.
Von der St. Martins-Legende erzählt auch das bekannte St.-Martins-Lied:
{mosimage}Der 9. November steht in der deutschen Geschichte für schöne wie auch schreckliche Geschehnisse.
Am 9. November 1918 wurde die Abdankung von Kaiser Wilhelm den II. bekanntgegeben. Philipp Scheidemann rief vom Balkon des Reichstagsgebäudes in Berlin die deutsche Republik aus. Damit endete das Deutsche Kaiserreich und Deutschland wurde zur Demokratie (Weimarer Republik). Zwei Tage später endete der 1. Weltkrieg. In den ersten Jahren nach dem Krieg kam es in Arnsberg und Neheim auf Grund der Inflation und Teuerungswelle zu Unruhen und Streiks. Schlägereinen zwischen Anhängern der Republik und ihren Gegnern gehörten zum Alltag.
Am 9. November 1923 kam es zum Hitler-Ludendorff-Putsch, bei dem die Nationalsozialisten versuchten in München die bayrische Räterepublik zu stürzen.
Am 9. November 1938 kam es in der Reichspogromnacht (von den Nationalsozialisten „Reichskristallnacht“ genannt) zu massiven Übergriffen gegen Juden. Die jüdische Synagoge in Neheim auf der Mendener Straße (heute Haus der Neheimer Jäger –Jägerverein) wurde geplündert und geschändet. Die Nazis verzichteten auf Grund der Brandgefahr der anliegenden Gebäude auf ein Anzünden des jüdischen Gotteshauses. Mit der Pogromnacht wurde die Judenverfolgung im Dritten Reich radikalisiert und intensiviert. In der Folgezeit verloren auch viele jüdische Mitbürger aus Arnsberg ihr Leben.
Am 9. November 1989 wurde die Berliner Mauer geöffnet. Mit der Maueröffnung wurde das Ende der DDR eingeleitet. Wie schon 1918 so wurde auch 1989 ein totalitärer Staat durch eine Demokratie abgelöst. Am 03.10.1990 kam es zu Wiedervereinigung der 40 Jahre getrennten Staaten. Auf Grund der schrecklichen Ereignisse der Reichspogromnacht konnte am 09. November nicht zum Tag der Deutschen Einheit werden. Einige Bürger der DDR kamen auch nach Neheim-Hüsten und fanden in Arnsberg ihre neue Heimat.
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